Seit nunmehr rund zwei Jahren gehört sie fast überall dazu: Die Alltagsmaske. Inzwischen ist es wegen der Coronakrise für alle Bürger (eigentlich selbstverständliche) Pflicht, in Geschäften, Bussen und Bahnen einen Mund- und Nasenschutz zu tragen. Während der Satz: „Ich wollte eigentlich zur Bank und Bargeld holen – aber ich habe die Maske vergessen!“ vor dem Frühjahr 2020 vermutlich zu einem anonymen Hinweis bei der Polizei geführt hätte, ist die Reaktion heute eher mitleidiges Schulterklopfen.
Doch was auf jeden Fall stört: Überall liegen benutzte Masken herum. Was ist das Problem von Menschen, die zwar im Bus, im Baumarkt oder beim Discounter den „Schnutenpulli“ getragen haben, den Mund-Nasen-Schutz aber direkt danach auf die Straße werfen? Entweder am Einkaufswagenstand, der Bushaltestelle oder dem Gehweg fliegen die Dinger gleich weg.

Das Zeug hat eine Halbwertzeit von vielen, sehr vielen Jahren. Die Masken in die Gegend zu werfen, ist daher ökologisch keine gute Idee. Abgesehen davon, dass es mehr Arbeit für die bedeutet, die unsere Straßen und Gehwege reinigen müssen, ist hier das Problem, dass sich Viren noch eine gewisse Zeit im feuchten Milieu der Alltagsmaske halten. Erst nach 24 Stunden, so die Fachleute, geht von einer Maske keine Gefahr mehr aus. Sollte aber zum Beispiel ein Hund eine frisch weggeworfene Maske intensiv untersuchen und er danach sein Herrchen beschmusen – nun, das Ergebnis kann man sich denken.

Warum wohl werden Schutzmasken in Krankenhäusern als Sondermüll entsorgt? Selbst in der Kita meiner Enkelin werden die benutzten Einmalmasken in geschlossenen Müllsäcken dem Hausmüll mitgegeben. Sicher ist sicher.
Besser wäre es doch, wenn man Mund- und Nasenmasken erwerben könnte, die man bei 60 Grad waschen kann. So lassen sich die Masken öfter benutzen und die Umwelt würde geschont. Obwohl: Das geht sogar mit den OP-Masken, die aktuell im Handel sind. So eine habe ich letztens in der Hosentasche vergessen, und sie war nach der Wäsche einwandfrei.

Ob Mehrweg-Masken der Weg sind, muss jeder selbst entscheiden. Sie in der Natur zurückzulassen, ist es jedenfalls nicht.