Menschen, die ein E-Auto fahren kennen die Suche nach einer Ladesäule nur zu gut. Denn wer nicht gerade im Eigenheim wohnt oder einen kooperativen Vermieter hat, der ist auf die öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen. Und die ist auf den ersten Blick in Dortmund auch gar nicht schlecht. Doch dann kommt der zweite Blick, der mich an manchen Tagen nah an die Verzweiflung bringt.

Der erste Schein trügt

Beim Blick auf die Karte zeigen sich noch einige blinde Flecken in der Versorgung mit Ladesäulen. Beispielsweise in Eving könnten gerne einige Ladesäulen mehr vertreten sein. Und wenn schon nicht zu Hauf in den Wohngebieten, weil die Nachfrage nicht groß ist, dann vielleicht auf Parkplätzen der Supermärkte. Denn ist man in den Gebieten der blinden Flecken unterwegs, dann macht der Blick auf die herabsinkende Tanknadel gleich doppelt nervös.

Schaut man per App auf die Karte der Innenstadt, dann werden etliche Lademöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone angezeigt. Doch Grund zur Freude ist das nicht immer. Denn die erste Ladesäule ist vielleicht belegt, da waren andere schneller. Die zweite Säule ist wegen einer Baustelle gerade außer Betrieb. Die dritte Säule, die in meiner App angezeigt wird, ist leider derart schlecht gekennzeichnet, dass ich sie im Vorbeifahren einfach nicht finden kann, ohne den gesamten Verkehr hinter mir aufzuhalten. Vielleicht ist sie aber auch einfach zugeparkt. Also fahre ich weiter zur nächsten, nur um dann festzustellen, dass ein Verbrenner darauf parkt. Also wieder kein Erfolg. Und die Laune sinkt, ebenso wie die Anzeige der Reichweite.

Ähnlich sieht es in den Wohngebieten aus, in denen vor allem die Straßenlaternen als Ladesäulen dienen. Dort habe ich bei etlichen Anläufen erst einmal einen freien Strom-Tankplatz gefunden. Doch mein Zorn ist an diesen Lademöglichkeiten nicht ganz so groß wie bei den Falschparkern in der Innenstadt, die leicht auf Parkhäuser oder andere Parkmöglichkeiten ausweichen können. Denn in den Wohngebieten sind die Parkplätze schon für die Bewohner rar, dann noch Plätze für E-Autos frei machen, tut dann natürlich weh. Doch eine Verkehrswende wird so nie möglich sein.

Ohne öffentliche Ladeinfrastruktur auch keine Mobilitätswende

Die Lademöglichkeit, auch außerhalb der eigenen vier Wände, ist bei vielen ein wichtiger Punkt, wenn sie über die Anschaffung eines E-Autos nachdenken. Also hilft nur eins: Klare Kennzeichnung der Parkplätze, die nur von E-Autos befahren werden dürfen und massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur. Dabei ist aber nicht die Stadt allein gefragt. Auch die Eigentümer privater Grundstücke, auf denen Supermärkte, Baumärkte oder Tankstellen stehen, sollten in die Stromtankstellen investieren – bestenfalls in Schnelladesäulen, um die Aufenthalte der Tankenden so kurz wie möglich zu halten. Gutes Beispiel Westfalenhalle: Auf dem riesigen Parkplatz direkt an der Halle gibt es eine Säule mit zwei Anschlüssen zum Laden. Klar, die technischen Voraussetzungen müssen da sein, um solche Säulen aufzustellen. Doch wieso wurde nur eine Säule aufgestellt? Da fehlt mir leider das Verständnis. Wichtig ist natürlich die Kontrolle durch das Ordnungsamt. Denn nur wer beim Falschparken auf E-Parkplätzen auch abgestraft wird, der macht das kein zweites Mal.

Bei all den Bestrebungen, kurz- und langfristig die Möglichkeiten zum Stromtanken zu verbessern, mache ich mir allerdings Hoffnung, dass ich demnächst einfacher und schneller eine Ladesäule finde, wenn ich sie brauche.

Einen Beitrag zum Stand und Ausbau der Ladeinfrastruktur in Dortmund von Sophie Schober finden Sie hier.