Ein Blick in das Mehl-Regal im Supermarkt meines Vertrauens lässt mich kopfschüttelnd zurück. Es ist leer. Nein, es ist fast leer. Nur eine Packung Roggenmehl Typ 1150 liegt noch da und ist halb aufgerissen. Sofort kommt mir der Gedanke in den Sinn, dass sich mehrere Kunden sich um das letzte Paket gestritten haben und erst von der armen Verpackung abließen, als die der Zugkraft nachgab. Körperliche Auseinandersetzungen um letzte Pakete sind während der Corona-Pandemie ja nichts neues. Aber, dass nun wieder in diesem Maß gehamstert wird, damit hätte ich nicht gerechnet. Wie man sich doch täuschen kann.

Auch andere Waren werden mancherorts knapp

Doch nicht nur Mehl ist dieser Tage – wegen Ukraine-Krieg und Pandemie – ausverkauft. Auch Sonnenblumenöl, Hefe und Klopapier sind wieder Mangelware. Gut, ein großer Teil des Getreides für unser Mehl kommt aus der Ukraine, aber dennoch wird das Grundnahrungsmittel in der nahen Zukunft wohl kaum nicht mehr zu bekommen sein. Ganz im Gegenteil: Auch in Deutschland wird ausreichend Weizen und anderes Getreide angebaut.

Und was ich mich bei der großen Mehl-Knappheit noch frage: Kommt nun wieder der Back-Trend auf, der schon zu Beginn der Pandemie seinen großen Hype gefeiert hat oder gibt es wirklich so viele Pizza-, Brot- und Kuchenbäcker, mit regelmäßig hohem Mehlverbrauch und haben die sich in der Vergangenheit alle gut versteckt? Kurze Erinnerung: Der Bäcker nebenan hat immer noch Brot! Und verhungern wird auch keiner.

Erste Supermärkte greifen durch

Die ersten Supermärkte reagieren bereits auf die Hamsterkäufe der Kundinnen und Kunden. Mehl gibt es beispielsweise bei Aldi nur noch zwei Packungen pro Person. An den Kassen von Kaufland hingegen werden noch Diskussionen geführt, ob zehn Packungen Mehl noch eine haushaltsübliche Menge ist. Rationierung ist eine gute Sache, denn wie schon in etlichen Fällen deutlich wurde: Am Supermarktregal hört die Freundschaft und der Anstand einiger Menschen auf.

Doch heute schlug meine Stunde – ich konnte zwei Pakete Dinkelmehl ergattern. Als passionierte Brotbäckerin schlug mein Herz gleich höher. Mal sehen, wie oft ich mich in den kommenden Wochen noch freuen kann.