Lokalpresse24 Dortmund stellt die Direktkandidatinnen und -kandidaten für die Landtagswahl am 15. Mai vor. Heute: Michael Röls von den Grünen.

Als ehemaliger Sprecher der Grünen Jugend in NRW und aktueller Sprecher der Dortmunder Grünen ist Michael Röls kein Neuling in der lokalen Politikszene. In seiner politischen Arbeit widmet sich der 24-jährige Student vor allem den Bereichen Mobilitätswende, Klimaschutz und Wohnen. Als junger Politiker will er im neuen Landtag in Düsseldorf will er am echten Wandel mitwirken, wie er Lokalpresse24 erzählt. “Wir brauchen einen neuen Stil in der Politik, der Probleme ernst nimmt und an der Wurzel packt, statt sie wie in den letzten Jahren zu verschlafen”, sagt er.

Kein Dorf darf mehr den Kohlebaggern weichen

Den Klimaschutz sozial und gerecht zu gestalten ist eines der Hauptaugenmerke von Grünen-Politiker Michael Röls. Um der Klimakrise entgegenzutreten will der 24-Jährige einen Neustart wagen. Dabei soll unter anderem die “sinnlose 1000-Meter-Abstandsregel für Windenergieanlagen” abgeschafft werden, um die Erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren weiter ausbauen zu können. Zeitgleich muss der Kohleausstieg bis spätestens 2030 angegangen werden und kein Dorf dürfe mehr für Kohlebagger geräumt werden. “Gleichzeitig muss überprüft werden, ob die finanziellen Hilfen für einen sozial gerechten Strukturwandel auch an den richtigen Stellen ankommen”, fordert er.

Geht es nach dem Dortmunder, dann soll die Stabsstelle für Umweltkriminalität wieder eingeführt werden, “die von der Landesregierung aus fadenscheinigen Gründen abgeschafft wurde”, sagt Michael Röls. Damit soll Tierquälerei und die Verschmutzung von Gewässern stärker ist Visier genommen werden. Zudem fordert der Politiker einen besseren Schutz der Wälder, die immer wieder für den Bau von Autobahnen gerodet werden. Im Gegenzug dazu müsse der ÖPNV stärker ausgebaut werden.

Die Gesetze, die den kommenden Landtag passieren, sollen einem Klima-Check unterliegen, wie der Grünen-Sprecher sagt. Dadurch sollen alle Entscheidungen unter Aspekten des Klimaschutzes gedacht werden.

Wirtschaftsstandort NRW attraktiv für Unternehmer halten

Als Industriestandort muss sich die Region wandeln – und zwar hin zur Klimaneutralität. Dabei soll die Wasserstoff-Infrastruktur ausgebaut werden, damit die Stahl- und Chemieindustrie fit für die Zukunft werden kann, erklärt Michael Röls. Denn nur so könne man die Arbeitsplätze in der Industrie langfristig sichern. Gleichzeitig müssen junge Unternehmen stärker in den Fokus genommen werden und Gründungen gefördert werden, damit der Wirtschaftsstandort NRW weiter attraktiv bleibt, sagt er. “Im Onlinehandel und im Logistikbereich wollen wir endlich faire Arbeitsbedingungen durchsetzen, indem wir die Tarifpartnerschaft stärken, die Durchsetzung von Mindestlöhnen stärker kontrollieren und die Schaffung von Betriebsräten erleichtern”, erläutert der Dortmunder.

Sozialpolitik muss an den richtigen Stellen ansetzen

Von der Sozialpolitik müssen genau die am meisten profitieren, die den größten Bedarf haben, findet der Grünen-Politiker. “Das bedeutet für mich: Mehr geförderten Wohnraum schaffen, eine wirksame Begrenzung der Mietpreise, mehr Wohnraum in Gemeineigentum und steigende Reallöhne. Wir müssen besonders große Vermögen besteuern und diejenigen steuerlich entlasten, die jetzt schon jeden Cent umdrehen müssen.” Zudem will er sich für eine stärkere Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt einsetzen. So soll Elternzeit in allen Branchen zum Alltag dazugehören, ein Antidiskriminierungsgesetz auf den Weg gebracht werden und ein Mindestlohn in den Behindertenwerkstätten eingeführt werden. Für die Pflegeberufe fordert der 24-Jährige eine anständige Entlohnung, die dem Beruf entsprechend ist. Zudem soll Hartz IV überwunden werden – dazu sollen die entsprechenden Umsetzungen mit dem Bund angegangen werden, erklärt der Student.

Wie ein neues Schulfach den Blick der Schüler erweitern soll

Der Digitalisierungsschub, der aufgrund der Corona-Pandemie durch die Schulen ging, war dringend nötig, sagt Röls. Denn nach seinen Worten wurde in diesem Bereich in den vergangenen Jahren vieles versäumt. An dem Ausbau der technischen Infrastruktur und der Umsetzung von digitalen Unterrichtsformaten will der Dortmunder festhalten und die Neuerungen weiterführen. Trotz aller Neuerung können aber die Präsenz und das Soziale in der Schule nicht ersetzt werden.

Die echte Bildungsgerechtigkeit soll nach Ansicht des Grünen-Sprechers endlich umgesetzt werden. Dafür soll es in allen Stadtteilen beste Schulen geben, die auf einem modernen technischen Stand sind und ansprechend gestaltet werden, immerhin spielt sich ein großer Teil der Kindheit und Jugend in den Einrichtungen ab. Um die Lehrerinnen und Lehrer mehr zu entlasten, sollen Verwaltungsfachkräfte einige Aufgaben in den Schulen übernehmen. Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen sollen das Schulumfeld lebenswerter gestalten, Probleme schnell lösen und Familien gezielt unterstützen. “Aus diesem Grund wollen wir auch das Projekt “Schule ohne Rassismus” deutlich stärken”, sagt er.

Eine weitere Neuerung will der Dortmunder im Stundenplan etablieren. Dort soll nämlich auch das Fach Sozialwissenschaften zu finden sein, fordert der Grünen-Politiker. “Denn nur wenn gesellschaftliche Zusammenhänge verstanden werden, können wir uns überhaupt ernsthaft mit Wirtschaft beschäftigen.”

Sanierung anstatt Neubau von Straßen

Unter der aktuellen Landesregierung stünden nach den Worten des Dortmunders vor allem Straßenneubauten auf der Tagesordnung. Dadurch würde immer mehr Geld für Sanierungen fehlen, die aber dringend nötig wären. “Generell muss eine zukünftige Landesregierung die Fokussierung auf Straßen und Auto auflösen und den Blick mehr auf die Schiene und den Radverkehr werfen. Denn den Verkehr zu reduzieren, schont die Straßen für die, die sie heute noch unbedingt benötigen”, erklärt er. Für viele Menschen sei ein Leben ohne Auto heute noch nicht vorstellbar, doch das müsse sich unter anderem in Hinblick auf die Klimakrise ändern. Es müssen also Alternativen her. “Dafür wollen wir eine Mobilitätsgarantie für den öffentlichen Nahverkehr in NRW, in Städten wird diese von 4.30 Uhr 23.30 Uhr gelten. Wir wollen das Tarifchaos durch ein bezahlbares Ticket in ganz NRW ersetzen. Für eine sichere Infrastruktur braucht es massive Investitionen in den Schienenverkehr, mit denen alte Strecken reaktiviert und neue ausgebaut werden sowie das gesamte Schienennetz in NRW elektrifiziert wird. Dafür wollen wir eine Landesverkehrsgesellschaft gründen.”

So dicht wie das Straßennetz müsse auch die Infrastruktur für den Radverkehr werden. Daher sei ein ehrgeiziges Radverkehrsgesetz für sichere Radwege nötig. “So schaffen wir Alternativen zum Auto, die eine gerechte, günstige Mobilität für alle in unserer Gesellschaft ermöglichen. Gleichzeitig schaffen wir mehr Platz für Menschen in der Stadt, denn heute parken Autos unsere Innenstädte zu und stehen dabei 23 Stunden am Tag still. Das ist verlorener Raum, den wir den Menschen und der Erholung zurückgeben wollen”, sagt er.

Geflüchtete aus der Ukraine schnell in das gesellschaftliche Leben integrieren

Im Umgang mit dem Krieg in der Ukraine hat der Dortmunder großes Vertrauen an die Politikerinnen und Politiker im Bund, die “gerade alles dafür tun, aus der Abhängigkeit von Russland zu kommen, die in 16 Jahren CDU-Regierung entstanden ist”. Von NRW aus soll dieses Vorhaben durch den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur und einem neuen Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien unterstützt werden, wie er erläutert.

Die Menschen, die aus der Ukraine flüchten, benötigen schnelle und unbürokratische Hilfe. “Sie müssen schnell ins Gesundheitssystem eingebunden werden und die Möglichkeit zum Arbeiten bekommen”, sagt er. Mithilfe einer Verteilung der Menschen in Land sollen alle Geflüchteten schnell Wohnraum finden und schnell in das kulturelle und gesellschaftliche Leben integriert werden.