Lokalpresse24 Dortmund stellt die Direktkandidatinnen und -kandidaten für die Landtagswahl am 15. Mai vor. Heute: Jenny Brunner von den Grünen.

Durch ihre Arbeit im Dortmunder Rat ist Grünen-Politikerin Jenny Brunner vielen Menschen aus der Stadt schon gut bekannt. Nun will sie ihre politische Arbeit, bei der sie sich vor allem um Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit kümmert, im nächsten Landtag in Düsseldorf fortsetzen. Sie tritt im Wahlkreis Dortmund VI an. Gerechtigkeit soll dann auch ihre Arbeit in der Landeshauptstadt bestimmen, wie sie gegenüber Lokalpresse24 erklärt. “Von sozialer Gerechtigkeit sind wir leider noch weit entfernt. Ich setze mich für eine vielfältige offene Gesellschaft ein. Ich mach mich stark für eine Arbeitsmarktpolitik, die Chancen schafft und für eine Politik, die Armut spürbar bekämpft. Ich möchte sozial gerechten Klimaschutz vorantreiben”, erklärt sie.

Mit mehr Klimaschutz mehr Arbeitsplätze schaffen

Kern der neuen Klimapolitik muss für Jenny Brunner der Ausbau der Erneuerbaren Energien sein, wie sie sagt. Solarenergie solle Standard auf allen Dächern werden, weiterhin sollen jährlich 200 neue Windanlagen entstehen. “Unsere Landesgesetze und Förderprogramme bekommen einen Klima-Check und werden daran gemessen und bewertet. Mit einen Klimaschutzsofortprogramm mit verpflichtenden Plänen legen wir direkt los und schieben den Klimaschutz nicht mehr auf die lange Bank”, erläutert sie. Dabei soll der Klimaschutz gerecht gestaltet werden, wie sie fordert. Daher sollen gezielte Investitionen neue Arbeitsplätze schaffen.

Wie sich die Wirtschaft zur Klimaneutralität wandeln soll

Der Industriestandort soll in den kommenden Jahr in die Klimaneutralität umgewandelt werden. Durch langfristige Planungs- und Investitionssicherheit sollen die Arbeitsplätze dauerhaft gesichert werden. “Zudem werden wir den Zugang zu Fördergeldern für Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen transparenter, unbürokratischer und damit einfacher gestalten. Wir setzen uns dafür ein, dass NRW, die Heimat von klimaneutralem Stahl durch Wasserstoff wird. Das Ruhrgebiet ist eine der führenden Wasserstoffregionen Deutschlands und soll diesen Standortvorteil in Sinne NRWs weiter ausbauen und damit zur klimaneutralen Transformation NRWs und Deutschlands entscheidend beitragen”, erklärt die 31-Jährige.

Zudem sollen regionale Produktionszyklen durch eine Förderung der Kreislaufwirtschaft gestärkt werden, um die Umwelt zu schützen und gleichzeitig die Wirtschaft anzukurbeln, und die Unabhängigkeit von Importen voranzutreiben. “Für unsere sozialökologische Energiewende setzen wir Grüne auf das starke, hochqualifizierte und innovative Handwerk. Kaum ein Wirtschaftszweig wird im gesamten Spektrum des Klimaschutzes so sehr gebraucht. Hier gehen wir gegen den aktuellen wie zukünftigen Fachkräftemangel an, indem wir gemeinsam mit den Innungen und Kammern eine Fachkräfteoffensive starten. Hier legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf Frauen und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.” Mit einem deutlichen Abbau der Bürokratie und einer durchgehenden Digitalisierung soll im Land und den Kommunen One-Stop-Shop-Lösungen vereinfacht werden, erklärt die Referentin für Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit.

Sozialpolitik: Jedes Kind mit denselben Chancen versorgen

Jenny Brunner will den Ungleichheiten in NRW in den Kampf ansagen, erklärt sie. “In Dortmund und im Ruhrgebiet wächst jedes dritte Kind in Armut auf. Jede 10. Person bezieht Arbeitslosengeld. Und viele Menschen bleiben arm, obwohl sie hart arbeiten. Armut ist die Folge jahrelanger ungerechter Politik. Das will ich im Landtag ändern!” Angehen will sie diese Umstände mit einem Paket gegen Kinderarmut, damit jedes Kind mit denselben Chancen ins Leben startet. Zudem soll bezahlbarer Wohnraum sichern, dass die Miete nicht zu viel des Einkommens frisst. “Und mit fairen Arbeitsbedingungen sorgen wir dafür, dass niemand mehr auf der Strecke bleibt. “Und mit fairen Arbeitsbedingungen sorgen wir dafür, dass niemand mehr auf der Strecke bleibt”, sagt sie.

Die Situation der Kinder und Jugendlichen priorisieren

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie will die Grünen-Politikerin die Situation der Kinder und Jugendlichen priorisieren. “Damit alle Kinder und Jugendliche gerechte Bildungschancen bekommen, braucht es eine Ausbauoffensive für die ganztägige Bildung, auch in der Qualität der Angebote”, erklärt sie. Neben Investitionen in die Gebäude soll auch weiter Geld in die digitale Ausstattung und die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer fließen. Jenny Brunner will sich für den Ausbau der Schulsozialarbeit und den Lohnausgleich für Grundschullehrkräfte einsetzen. “Für uns ist klar: Alle Kinder sind an allen Schulen und an allen Schulformen willkommen und werden zu dem für sie passenden Abschluss begleitet. So machen wir Bildung gerecht.”

Mobilitätsgarantie für alle

Derzeit ist der Anteil der Wege, die in NRW mit Bus und Bahn zurückgelegt werden, noch viel zu gering, findet die Dortmunder Politikerin. Das soll sich nach Ansicht der 31-Jährigen künftig ändern. “Mobilität ist für viele eine Anstrengung. Doch das muss so nicht sein. Deswegen wollen wir den Verkehr für alle attraktiv, barrierefrei und bezahlbar machen. Das wollen wir zum Beispiel mit einer Mobilitätsgarantie, mit der alle Menschen im Land von morgens bis abends verlässlich und schnell von A nach B kommen”, erklärt sie. Zudem soll in der Radverkehr weiter gefördert werden. Bahnhof und Busplätze sollen nach Meinung der Politikerin zu Mobilitätsstationen umgebaut werden, wo der Wechsel von Auto oder Fahrrad in Zug und Bus problemlos möglich wird.

Sammelunterkünfte für Geflüchtete müssen eine Ausnahme bleiben

Die menschenwürdige Unterbringung der Geflüchteten aus der Ukraine steht für die Grünen-Politikerin an erster Stelle. Sammelunterkünfte in großen Hallen dürften nur die Ausnahme sein und auch nur kurzfristig eingesetzt werden, sagt sie. ” Auch die schnelle Integration muss Priorität haben. Dafür muss das Land langfristig und schnell den Zugang zu Arbeit, Bildung und sozialer Teilhabe sicherstellen. Dabei ist klar: Es darf kein Zweiklassen-System für Schutzsuchende geben. Auch Geflüchtete aus Afghanistan und Syrien müssen schnellstmöglich würdige Lebensbedingungen sowie einen Zugang zum Arbeitsmarkt und Bildungsmöglichkeiten erhalten”, sagt sie. Die Kommunen, die durch die humanitäre stark gefordert sind, müssen ihrer Meinung nach von Bund und Land entlastet werden. Neben Geld solle das auch über die professionelle und effektive Umsetzung von Aufnahme und Registrierungsprozessen laufen, fordert sie.