Der erste Eindruck zählt; und dieser ist für Elias Hirschl – was Dortmund und die Region betrifft – durchweg positiv. Dortmunds neuer Stadtbeschreiber ist seit Sonntag in der Stadt, die für die kommenden sechs Monate die Wirkungsstätte des Autors, Musikers und Spoken-Word-Künstlers aus Wien sein wird. Hier wird er bis Anfang Oktober im Rahmen des Stipendiums recherchieren, schreiben, an seinem neuen Roman arbeiten und auch musikalisch mit seiner Band aktiv sein, wie er gestern Mittag während seiner offiziellen Begrüßung im Anschluss an die Pressekonferenz der wöchentlichen Sitzung des Verwaltungsvorstands im lockeren Plausch mit Oberbürgermeister Thomas Westphal verriet.

Elias Hirschl ist Dortmunds dritter Stadtbeschreiber. Der Autor, Poetry-Slam-Künstler und Musiker aus Wien ist seit dem 1. Mai in der Stadt. Bis Oktober wird der Österreicher in Dortmund recherchieren, schreiben, publizieren, und an seinem neuen Roman arbeiten.. Auch für Auftritte will der Wiener seien Aufenthalt in der Ruhrgebietsstadt nutzen.
Seit 1.Mai in der Stadt: Dortmunds neuer Stadtbeschreiber, der Wiener Autor, Poetry-Slam-Künstler und Musiker Elias Hirschl. Foto: dw

Der Wiener, der als mittlerweile dritter Stadtbeschreiber Dortmunds zum 1. Mai die Nachfolge der Autorinnen Judith Kuckardt und Ana Herzig angetreten hat, zeigte sich im Gespräch mit dem Stadtoberhaupt überaus gut aufgelegt. Er outete sich sogar als Dortmund-Fan, indem er preisgab, schon seit längerem mit der Überlegung gespielt zu spielen, der Alpenrepublik für eine Zeit lang den Rücken zu kehren und seinen Lebensmittelpunkt nach Deutschland zu verlegen, wobei für ihn dafür Dortmund und das Ruhrgebiet durchaus infrage kommen.

Hirschlers neuer Roman spielt in einer Stadt wie Dortmund

In seinem Heimatland ist der 28-jährige längst kein Unbekannter mehr; und auch hierzulande hat er sich mit seinen Talenten bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erarbeiten können. Dortmund, als einst von Stahl, Eisen und Kohle industriell geprägte und heute – nachdem die Montanindustrie schon Jahrzehnten nahezu gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden ist – im wirtschaftlichen Strukturwandel begriffene Ruhrgebietsstadt, passt dem Wiener geradezu ideal ins Konzept, arbeitet er doch zurzeit auch an einem neuen Roman, dessen Handlung eben in einer Stadt spielt, die – wie Dortmund – mono-industriell geprägt worden ist und nun mit den dem wirtschaftlich strukturellen Veränderungsprozess und den mit diesem einhergehenden gesellschaftlichen Auswirkungen wie beispielsweise die heutige, moderne vom Internet geprägte digitale Arbeitswelt zu kämpfen hat.

Lesungen, Poetry-Slam-Auftritte und auch ein Konzert geplant

„Passt schon“ für ihn, der in den kommenden sechs Monaten in Dortmund eigenen Worten nach schreiben und arbeiten wird, aber auch plant, sich in Museen und Archiven auf die Spuren der Industriegeschichte zu begeben. Als gebürtiger Wiener hat er – wie er selbst im Gespräch mit dem OB eingeräumt hat – keinen Bezug zu alten Prunkbauten, von denen es in der österreichischen Hauptstadt zuhauf gibt; vielmehr liebt er stattdessen die Industrierarchitekturen und -ruinen im Ruhrgebiet. Seinen Dortmund-Aufenthalt plant er auch für Lesungen und Peoetry-Slam-Auftritte zu nutzen, da er in der Poetry-Szene in NRW gut vernetzt ist. Auch musikalisch wird er aktiv werden – so bei einem Gig mit seiner Band in Düsseldorf.

Dritter Stadtbeschreiber Dortmunds am 27. Mai beim Stadtfest DortBund dabei

Kennenlernen können die Dortmunder*innen Elias Hirschl zum Beispiel am 27. Mai beim Stadtfest DortBunt, wo er sich um 15 Uhr auf der Bühne am Deutschen Fußballmuseum vorstellt. Außerdem wird er regelmäßig an einem Blog schreiben. (www.literaturhaus-dortmund.de/blog)

Stadtbeschreiber-Stipendium wird sein 2020 vergeben

Für die Dauer seines Stipendiums wohnt der Wiener in einer von der Stadt angemieteten Wohnung nahe des Literaturhauses im Kreuzviertel. Er erhält ein monatliches Honorar von 1800 Euro. Das Stadtbeschreiber-Stipendium wird seit 2020 jährlich vergeben. Es setzt sich inhaltlich mit Transformationsprozessen in Dortmund auseinander. In der Zeit des Stipendiums arbeitet der/die Stipendiat*in eng mit dem Kulturbüro, dem Literaturhaus Dortmund und weiteren Institutionen der regionalen Literaturszene zusammen, bringt sich in die Stadtgesellschaft ein und vernetzt sich mit lokalen Literaturakteur*innen.
www.eliashirschl.com