Im Vorjahr ist Dortmund als erste deutsche Stadt überhaupt als Europäische Innovationshauptstadt ausgezeichnet worden. Im Finale des Wettbewerbs hat sich die Ruhrgebietsstadt gegen so populäre europäische Metropolen wie Dublin, Malaga und Vilnius durchsetzen und den ersten Platz gewinnen können. Dieser ist mit einem Preisgeld von einer Millionen Euro verbunden gewesen. Was mit dem Geld passieren soll? – Die Stadt hat konkrete Pläne, die sie vor kurzem in der Pressekonferenz im Anschluss an die wöchentliche Sitzung des Verwaltungsvorstandes vorgestellt und erläutert hat. Demnach sollen die Mittel in drei Strängen Verwendung finden – nämlich erstens in Projekten, die die Sichtbarkeit dieses internationalen Erfolgs erzeugen und erzielen sollen, zweitens die Initiierung von Vernetzungen auf europäischer Ebene fördern und drittens die Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts in der „Großstadt der Nachbarn“ realisieren, Die Maßnahmen sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern entstammen dem Partnernetzwerk der erfolgreichen Gemeinschaftsbewerbung.

Blick von oben auf die amtierende, erste Europäische Innovationshauptstadt Deutschlands. Foto: Stadt Dortmund

Innovationen „Made in Dortmund“ sehen und erleben

Um die Dortmunder Innovationen in der Stadt sichtbar und erlebbar zu machen, will die Stadt einen Innovationsraum in der City einzurichten. Dafür soll ein leerstehendes Ladenlokal in der Innenstadt für eine Pilotphase von ein bis zwei Jahren angemietet werden. Der Innovationsraum soll auch für Veranstaltungen, Diskussionen oder als Projektarbeitsplatz für Studierende bereitstehen. Außerdem sollen in einer monatlich wechselnden Schaufensterausstellung Innovationen „made in Dortmund” vorgestellt und präsentiert werden. Auch Angebote für Kinder und Jugendliche sind geplant.

Programmplanung für den Innovationsraum erfolgt aus dem Partnernetzwerk

Die inhaltliche Programmplanung für den Innovationsraum erfolgt – wie aus einer Pressemitteilung der Stadt hervorgeht – in Zusammenarbeit mit Partner*innen aus dem Dortmunder Innovationsnetzwerk. Zu diesem Kreis von Akteuren gehören insbesondere die Dortmunder Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen, das Technologiezentrum Dortmund, die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, die Handwerkskammer, aber auch kleinere Initiativen aus der Dortmunder Stadtgesellschaft und übergreifende Netzwerke wie die Allianz Smart City, der Dortmunder Masterplan Wissenschaft oder das Dekadenprojekt nordwärts.

„Tag der Nachbarschaft“ am 27. Mai

Am Tag der Nachbarschaft am 27. Mai läuft vor dem Dortmunder U ein Programm für die ganze Familie ab. Foto: Stadt Dortmund

Am Freitag, 27. Mai, wird in der Ruhrgebietsstadt der Tag der Nachbarschaft, in Kombination mit dem Stadtfest „DortBUNT” und dem Live-Stream “Dortmund.Live“ gefeiert. In Anlehnung an das Motto “Innovation next door – Zukunft aus der Nachbarschaft” wird es für Dortmunder Bürger*innen ein lebendiges Programm für die ganze Familie vor dem Dortmunder U geben, bei dem Innovationen aus Dortmund vorgestellt und präsentiert werden. Am Fest teilnehmen werden auch Delegationen und Vertreter*innen aus anderen europäischen Städten. Insbesondere die Finalisten des iCapital-Wettbewerbs will die Stadt zu diesem Fest einladen. Wissenschaftsrefrentin Angela Märtin wird in der Presseinformation dazu mit den Worten zitiert, dass die Stadt den europäischen Partnern das Dortmunder Innovationsmodell vorstellen und Orte der Transformation zeigen möchte. Auch soll von den Erfahrungen anderer Städte gelernt und gemeinsame Themen für eine zukünftige Zusammenarbeit definiert werden. „Bilbao, Leuven, Cluj, Espoo und andere innovative Städte kommen dafür gerne nach Dortmund”, weiß die Wissenschaftsreferentin.

Dortmunder Innovationsgeschichten bei „Digitaler Woche“ im September

Vertieft wird die internationale Vernetzung auf der Digitalen Woche Dortmund, #diwodo, vom 26. bis zum 30. September. Die #diwodo soll als Innovationswoche nachhaltig ausgebaut werden. Sie ist auf Initiative der Wirtschaftsförderung Dortmund gegründet worden und präsentiert Dortmunder Innovationsgeschichten. Mit einem Europäischen Wissenschaftspreis will die Stadt ihre Position als innovativer Wissenschaftsstandort und Technologie-Hotspot stärken.

STADT NACH ACHT: Dortmund Gastgeberin der wichtigsten internationalen Nachleben-Konferenz

Neben diesen großen Events ist Dortmund als erste Stadt Deutschlands im September Gastgeberin der „STADT NACH ACHT”, Europas wichtigste internationale Nachtleben-Konferenz. Auch auf dieser Konferenz soll der iCapital-Titel mit kommuniziert werden.

Nachbarschaftskioske vermitteln ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe

Für Oberbürgermeister Thomas Westphal kommt Innovation aus der Nachbarschaft. Dies bezeichnet das Stadtoberhaupt als zentralen Punkt des Preises, weshalb das Preisgeld auch in die Nachbarschaftshilfe fließen soll. Geplant ist – den Worten des OBs zufolge – ein sogenannter Nachbarschaftskiosk, der ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe vermittelt und sich zu einer Drehscheibe für Angebote aus Bereichen wie (Aus-)Bildung, Kultur und Gesundheit entwickeln soll. Das Pilotprojekt soll den Vorstellungen der Verwaltung nach an den „Lebensladen“ in der Münsterstraße angedockt werden.

Westphal: „Innovation kommt aus der Nachbarschaft.“

“Innovation kommt aus der Nachbarschaft. Das ist ja ein zentraler Punkt des Preises”, erklärte OB Thomas Westphal. Das iCapital-Preisgeld soll auch in die Nachbarschaftshilfe fließen. Geplant ist ein “Nachbarschaftskiosk”, der ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe vermittelt und sich zu einer Drehscheibe für Angebote, z.B. aus den Bereichen (Aus-)Bildung, Kultur und Gesundheit entwickeln soll. Das Pilotprojekt soll an den “Lebensladen” in der Münsterstraße angedockt werden. Nachbar*innen können sich über den Nachbarschaftskiosk gegenseitig bei Reparaturen oder Ähnlichem unterstützen oder sich Werkzeuge leihen. Oberbürgermeister Westphal zufolge, gibt es solche nachbarschaftlichen Projekte bereits in der EU. So in Paris und Brüssel.