Die Stadt Lünen hat einen neuen Ort gefunden, an dem Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht werden können. Schon bald soll die Einrichtung der Unterkunft beginnen.

Vor sechs Tagen hat Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und seine Stellvertreter Daniel Wolksi und Rainer Hol die Dringlichkeitsentscheidung unterschrieben: Auf dem Parkplatz am Cappenberger See werden künftig Geflüchtete aus dem ukrainischen Kriegsgebiet untergebracht werden. Dort sollen mobile Unterkünfte aufgebaut werden – voraussichtlich bereits Anfang Juni. Gut ein Drittel des Parkplatzes wird dann nicht mehr für parkende Autos verfügbar sein.

Gut zwei Drittel des Parkplatzes soll für die mobile Unterkunft genutzt werden. Im Juni sollen die Aufbauarbeiten beginnen. Foto: Stadt Lünen

Wie eine Übergangslösung Obdachlosigkeit verhindern soll

Nach Angaben der Pressestelle Lünen sind bereits 700 Menschen aus der Ukraine in der Stadt untergekommen. Damit seien die vorhandenen Kapazitäten bereits überschritten. “Aktuell stehen wir in unserer Stadt vor der großen Herausforderung, den vertriebenen Menschen aus der Ukraine eine menschenwürdige Unterkunft und bestmögliche Versorgung zu bieten”, erklärt Jürgen Kleine-Frauns. Bis die Unterkünfte am Cappenberger See fertig sind, sollen die Menschen in der Turnhalle der Osterfeldschule untergebracht werden. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass die Geflüchteten zwischenzeitlich obdachlos sind, wie es aus dem Rathaus heißt.

Analyse: Cappenberger See die kurzfristigste Lösung

Die Wahl auf den Standort fiel nach einer Analyse durch die Stadtverwaltung. Das Ergebnis: Auf dem Parkplatz am Cappenberger See lässt sich die mobile Unterkunft am schnellsten errichten. Andere Vorschläge, die auch aus der Kommunalpolitik kamen, wurden aufgrund zu hoher Kosten abgelehnt. “Ich danke der Politik für ihr Verständnis und Kooperation in dieser Angelegenheit”, so Jürgen Kleine-Frauns. “Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, die hier kurzfristig und schnell eine Lösung erarbeitet haben, gebührt ebenfalls ein besonderer Dank.”

Während bereits die ersten Vorbereitungen laufen, soll der Rat bei seiner Sitzung in der kommenden Woche dem Vorhaben zustimmen. Sobald die Unterkunft errichtet ist, sollen Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit bekommen, das Areal zu besuchen und sich einen eigenen Eindruck zu machen. Dann stellen sich auch die Verantwortlichen aus der Verwaltung allen Fragen der Interessierten. Ein genauer Termin werde noch bekanntgegeben, so ein Sprecher der Stadt.